Vortrag: Ganz Normale Frauen? Über Täterinnen im Nationalsozialismus
Die nationalsozialistische Geschlechterordnung war zutiefst patriarchal und heteronormativ strukturiert. Männer galten als die Überlegenen, als Macher und Krieger, während Frauen mit dem Auftrag ins Heim verwiesen wurden, als „Quelle der Nation“ möglichst viele Kinder für die Volksgemeinschaft zu gebären. Und dennoch gab es Frauen, die aktive Nationalsozialistinnen waren und genau dadurch aus der Rolle fielen: Sekretärinnen, die Massenerschießungen von Juden und Jüdinnen im besetzten Osteuropa zur Unterhaltung besuchten; KZ-Aufseherinnen, die folterten; Krankenpflegerinnen, die ihren Patienten tödliche Injektionen setzten. Der Vortrag stellt exemplarisch verschiedene Fälle und Typen weiblicher Täterschaft vor, ordnet sie in Bezug auf NS und Gender ein und gibt damit einen Einblick in die Forschung zum Thema Täterschaft.
Sabine Reimann ist Historikerin und Politikwissenschaftlerin und organisiert Gedenkstättenfahrten zu Orten der Shoa sowie des nationalsozialistischen Terrors in Europa. Aktuell forscht und lehrt sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule Düsseldorf zur extremen Rechten und zum Neonazismus.
Wann? 17.04. um 19 Uhr (anschließende Kneipe um 21 Uhr)
Wo? LC36 (Ludolf-Camphausen-Str. 36)
* Die Räumlichkeiten der LC 36 sind nicht barrierefrei. 4 Stufen hoch in den Zentrumsraum. Die Toiletten befinden sich im Keller.